Muss
die Opioidtherapie für eine Operation geändert werden?
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Der Arzt muss während und nach einer OP ein Absinken des Wirkspiegels vermeiden
und stimmt die anschließende Opioidtherapie darauf ab. Dazu spricht der
zuständige Narkosearzt vorher ausführlich mit dem Patienten. Hilfreich
ist dann ein aktueller Therapiepass. Dort erkennt er, welche Medikamente wie
und in welcher Dosierung eingenommen werden.
Wieso
nimmt man Opioide nach festem Zeitplan?
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Um chronische Schmerzen dauerhaft zu lindern, geht man nach einem festen Zeitplan
vor. Das bedeutet, die nächste Medikation erfolgt nicht erst bei Bedarf,
sondern immer, bevor die Wirkung der vorherigen nachlässt. Je nach Wirkdauer
des Medikaments bedeutet das eine Einnahme alle 8-24 Stunden bis hin zu 72
Stunden bei der Therapie mit opioidhaltigen Schmerzpflastern. Dieses feste
Zeitschema stellt einen konstanten Wirkstoffpegel sicher. Der Patient erleidet
keine Dosisschwankungen, bei denen er womöglich zwischen Schmerzfreiheit
und starken Schmerzen wechseln würde. Eine psychische Abhängigkeit
kann dabei gar nicht erst entstehen.
Welche
nicht-medikamentösen Verfahren gibt es?
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Moderne Konzepte zur Schmerztherapie sind meistens vielschichtig und immer
individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten. Bei jedem Patienten
können nicht-medikamentöse Verfahren wie Entspannungstechniken oder
Bewegungsübungen die medikamentöse Therapie unterstützen. (Weitere
Maßnahmen)
Darüber hinaus sollten Schmerzpatienten
im Rahmen ihrer Möglichkeiten so aktiv wie möglich bleiben:
Das heißt nicht unbedingt Bewegung und Sport, sondern ganz
einfach die Teilnahme am „normalen“ Alltag und der
Kontakt zu Angehörigen und Freunden. Denn Spaß und Unterhaltung
lenken ab und gehören somit zu den besten nicht-medikamentösen
Verfahren, die Schmerzen zu vergessen.
Was
ist TENS?
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Bei der „Transkutanen Elektrischen Nervenstimulation“ (TENS) stören
leichte Stromreize die Weiterleitung von Schmerzreizen an das Gehirn. Im „Gegenirritationsverfahren“ erzeugt
ein kleines batteriebetriebenes Gerät schwache Nervenimpulse. Dazu klebt
man dort Elektroden auf die Haut, wo Nervenbahnen verlaufen, die die schmerzende
Körperregion versorgen. Die Stromreize erzeugen ein leichtes Kribbeln
und „täuschen“ bei Erfolg das Gehirn: Das Kribbeln wird dann
wichtiger als der Schmerz eingeschätzt, der dadurch weniger stark wahrgenommen
wird.
Welche
Entspannungsmethoden können helfen?
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Verschiedene Entspannungsmethoden versuchen, die Wahrnehmung von Schmerzen
positiv zu verändern, indem sie die eigene Aufmerksamkeit von außen
nach innen lenken. Denn wer eigene Körperempfindungen wie Verspannungen
oder emotionale Reaktionen besser kennt, kann sie leichter positiv beeinflussen.
Jedem Patienten kann dabei ein anderes Verfahren helfen, das muss man einfach
ausprobieren. Gängige Methoden sind z.B.
• Autogenes Training
• Biofeedback
• Imagination
• Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
• Yoga
Progressive Muskelentspannung und Yoga sind übende Verfahren, d.h. sie
machen körperliche Empfindungen über Aktivität erfahrbar. Autogenes
Training, Biofeedback und Imagination dagegen beanspruchen als konzentrative
Verfahren die Vorstellungskraft.

Was
kann der Patient selber tun?
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Es ist wichtig, Kontakte weiter zu pflegen und sich nicht zurückzuziehen.
Betroffene sollten möglichst aktiv bleiben. Alltagstätigkeiten und
Unternehmungen mit Freunden lenken vom Schmerz ab. Einsamkeit dagegen verschlimmert
die Schmerzen oft, da sie den Alltag dann leicht dominieren. Vielen Patienten
hilft auch, sich im Rahmen einer Selbsthilfegruppe mit anderen Betroffenen
auszutauschen.
Wozu
ist das Patienten-Tagebuch gut?
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Dies ist ein sehr wichtiges Instrument in der Dauertherapie. Dort kann der
Patient seine Schmerzen protokollieren und neben ihrer Stärke auch die
Dauer oder Begleitumstände notieren. Zu Beginn der Behandlung und vor
allem zur Verlaufskontrolle kann der Arzt so leichter erkennen, ob und wie
gut der Kranke auf die Schmerztherapie anspricht oder ob diese ggf. angepasst
werden muss.
(ggf. Download anbieten)
Wozu
ist der Therapie-Pass gut?
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Im Pass stehen alle verordneten Medikamente, deren Dosierungen und Einnahmezeiten.
Im Notfall ist damit auch für einen anderen Arzt sofort zu ersehen, welche
Schmerzmittel der Patient benötigt und wie sie dosiert werden müssen.
Daher sollte man den Pass stets bei sich führen. (ggf. Abb. und Download)
Verringern
Opioide die Reaktionsfähigkeit, z.B. beim Autofahren?
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Opioide beeinflussen die Reaktionsfähigkeit, insbesondere zusammen mit
Alkohol oder Beruhigungsmitteln sowie zu Therapiebeginn. Das gilt es z.B. beim
Autofahren zu beachten. Lediglich bei den Fentanyl-Schmerzpflastern ist – bei
stabiler Einstellung und ohne Einfluss anderer Wirkstoffe – im Allgemeinen
keine wesentliche Beeinflussung der Verkehrstauglichkeit zu erwarten.
Allerdings sind unzureichend behandelte Schmerzen
ein noch größeres Risiko. Sie können unsere Konzentration
und Reaktionszeit stärker als viele Medikamente beeinträchtigen.
Der Kranke ist dann oft so abgelenkt, dass er auf Gefahren nicht
mehr schnell genug regieren kann. Umgekehrt schafft eine angemessene
Schmerztherapie oft erst die Voraussetzung, wieder aktiv am Alltagsgeschehen
wie dem Straßenverkehr teilzunehmen.(Opioide
und die Reaktionsfähigkeit)
Was
muss man bei Auslandsreisen beachten?
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Um im Urlaub keine Probleme mit der „Ein- bzw. Ausfuhr“ opioidhaltiger
Schmerzmittel zu bekommen, sollte man bei Auslandsreisen immer eine Bescheinigung
des behandelnden Arztes vorweisen können. Eine entsprechendes Formblatt
und Informationen dazu finden sie hier. Am besten
man erkundigt sich frühzeitig bei seinem Arzt, bei exotischeren Reisezielen
auch bei der Botschaft der betreffenden Länder. So sind unliebsame Überraschungen
von vorneherein auszuschließen.
Lösen
Opioide Sexualstörungen aus?
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Schmerzmittel
wie Opioide werden nur selten mit sexuellen Störungen in
Verbindung gebracht. Theoretisch können sie aber ebenso
wie Beruhigungs- oder Schlafmittel das Sexualleben verändern
oder bereits bestehende Schwierigkeiten verstärken. Wenn
es dazu kommt, sollten Betroffene das gegenüber ihrem Partner
offen ansprechen. Gemeinsam können Sie sich dann an den
behandelnden Arzt wenden, um nach den Ursachen und Therapiealternativen
zu suchen. Oft hilft es schon, auf ein anderes Opioid umzustellen
oder eine Begleitmedikation zu wechseln.
Wozu
gibt es BTM-Rezepte?
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Diese speziellen Rezepte dienen der Verordnung starker Schmerzmittel. „BTM“ steht
dabei für „Betäubungsmittel“, wozu man die Schmerzmittel
der Stufe 3 traditionellerweise zählt. Der Name sollte niemanden abschrecken,
denn außer bei Auslandsreisen (Opioide und Reisen)
muss man auch bei Opioiden nicht mehr als bei jedem anderen Medikament beachten.
Die Rezepte wurden eingeführt, um Verbleib von Betäubungsmitteln
leicht überprüfbar zu gestalten und so den Missbrauch durch medizinisches
Personals zu verhindern. Für Patienten ist wichtig, dass sie diese Rezepte
innerhalb von sieben Tagen in der Apotheke einlösen müssen. Danach
sind sie nicht mehr gültig und der Apotheker darf dagegen keine Medikamente
mehr aushändigen.
Hat
jeder ein Recht auf Schmerztherapie?
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Selbstverständlich hat jeder ein Recht auf eine ausreichende Behandlung
seiner Schmerzen! Keinem Patienten darf das versagt bleiben. Dazu verpflichten
sich alle Ärzte schon mit dem Hippokratischen Eid, den sie mit der Approbation
ablegen. Dank der Fortschritte in der Schmerztherapie können heute selbst
starke Krebsschmerzen sehr effektiv gelindert werden.
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